IFOY Start-up of the Year Award

2026

Semantic visual intelligence for intralogistics

Romb Technologies

Durch die Umwandlung von Rohbilddaten in verwertbare Informationen ermöglicht unsere semantische Wahrnehmungstechnologie Maschinen, ihre Umgebung zu verstehen – und dadurch intralogistische Prozesse sicherer, intelligenter und effizienter zu gestalten.

Produktname und Firma

Semantic visual intelligence for intralogistics – Romb Technologies

Beschreibung

  • Verarbeitet Video-Streams oder statische Bilder in Echtzeit.
  • Ein auf maschinellem Lernen basierendes Modul für semantische Segmentierung erkennt relevante Objektklassen, wie Paletten, Ladungen, Fahrkorridore, Fahrzeuge und Personen, sowie deren genaue Positionen in jedem Bild.
  • Die segmentierten Bilder können mit Infrastrukturdaten des Werks angereichert werden, um eine Echtzeitüberwachung zu ermöglichen, z. B. das Erkennen von belegten oder leeren Palettenplätzen, falsch abgelegten Gegenständen oder Geräten.
  • Tiefenintegration: Durch die Fusion von Daten aus Tiefenkameras oder LiDAR erkennt das System präzise die Geometrie von Paletten und die Lage von Hindernissen. Dadurch werden erweiterte Funktionen möglich, wie etwa hindernisspezifisches Ausweichverhalten (z. B. statischen Objekten ausweichen, bei Personen anhalten) oder adaptives Aufnehmen von ungenau positionierten Paletten.
  • Das Modell wurde auf Intralogistik-spezifischen Datensätzen trainiert und bietet dadurch eine hohe Robustheit in Lager- und Produktionsumgebungen.
  • Es kann zusätzlich auf kundenspezifische Anlagen feinabgestimmt werden, um standortspezifische Präzision und Anpassungsfähigkeit weiter zu erhöhen.

Innovationen

Die Technologie verleiht Maschinen ein visuelles Verständnis ihrer Umgebung – ähnlich der menschlichen Wahrnehmung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vision-Systemen, die auf feste Objektvorlagen beschränkt sind, erkennt sie unterschiedliche Objektklassen wie Personen, Paletten, Ladungen, Fahrzeuge und befahrbare Flächen. Damit werden neue Anwendungen möglich, etwa adaptive Lastaufnahme, Hindernisvermeidung oder anlagenweite Analysen.

Wesentliche Innovationen:

  • Generische Objekterkennung – unabhängig von Paletten- oder Lasttyp.
  • Automatisierte Kamera-Gabel-Kalibrierung für die Lastaufnahme (angemeldetes Patent: EP24223684.2).
  • Echtzeitbetrieb mit bis zu 20 fps.

Diese Eigenschaften schaffen eine flexible, visuell gesteuerte Automatisierung, die die Leistungsfähigkeit von AGVs/AMRs und Transparenz in Anlagen erheblich steigert.

Marktrelevanz

Die Hauptzielgruppen sind Hersteller von AGVs und AMRs sowie Systemintegratoren. Durch die Integration unserer semantischen Wahrnehmungsmodule können sie Endkunden in Produktion und Logistik sicherere, autonomere und effizientere Lösungen anbieten.

Der kombinierte AGV/AMR-Markt wird auf rund 70.000 Einheiten im Jahr 2024 geschätzt und dürfte bis 2030 auf etwa 110.000 Einheiten wachsen. Bei einem Zielpreis von 1.000 – 5.000 € pro Fahrzeug ergibt sich ein aktuelles Marktpotenzial von 70 – 350 Millionen €, mit einem erwarteten Wachstum von etwa 50 % bis 2030.

Eine sekundäre Zielgruppe sind Endanwender, die die Software auf bestehender Kamerainfrastruktur einsetzen können, um in Echtzeit Einblicke in Materialflüsse und Anlagenzustände zu gewinnen. Dieses Marktsegment könnte den Primärmarkt langfristig sogar übertreffen, da Betriebe zunehmend auf digitale Zwillinge und KI-basierte Analytik setzen.

Kundennutzen

Das System steigert die Transparenz, Effizienz und Sicherheit in intralogistischen Umgebungen durch folgende Vorteile:

  • Echtzeit-Einblicke in Anlagenzustände und Materialflüsse.
  • Frühzeitige Erkennung von Hindernissen und Anomalien in Fahrkorridoren.
  • Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter durch kontextbewusstes Szenenverständnis.
  • Automatisierte aufnahme leerer Paletten – einschließlich Sammeln, Stapeln und Entstapeln.
  • Kontinuierliche Überwachung von falsch abgelegten Gegenständen oder Geräten.
  • Reduzierter Aufwand bei der Inbetriebnahme und geringere Integrationskomplexität von AGV-/AMR-Systemen durch erhöhte Umgebungswahrnehmung.

IFOY Innovation Check

Funktionalität / Art der Umsetzung

Die Semantische visuelle Intelligenz für die Intralogistik von Romb Technolgies stellt eine modulare Lösung für mobile Robotersysteme in der Intralogistik dar, welche Personen und verschiedenste Artefakte im Lager (Kategorien wie etwa befahrbare Flächen, verschiedene volle/leere Palettentypen, Palettenfronten, Art der Beladung, Wände, Säulen, et cetera.) semantisch erkennt und eine entsprechend adaptierte Reaktion bewirken kann. Die Lösung baut auf aktuellen semantischen Segmentierungstechniken und KI-Modellarchitekturen auf und verarbeitet sowohl RGB-Farbbilddaten als auch 3D-Sensordaten beliebiger Sensorhersteller, jeweils basierend auf einer Aufnahme (kein Tracking). Besonderer Fokus wurde dabei auf den geringen Bedarf an realen annotierten Trainingsdaten für die zu erkennenden Kategorien gelegt: Pro Kategorie sind nur circa 20 Beispielbilder notwendig. Ein solcher, etwa 500 Bilder umfassender Datensatz kann vom System in fünf bis acht Stunden adaptiv auf einen Kunden neu eintrainiert werden. Für den flüssigen Betrieb stellt das System nur moderate Anforderungen an zum Beispiel eine einfache, embedded GPU-Rechenhardware. Im Test hat das System die verschiedenen Kategorien an Lagerentitäten und Personen meist zuverlässig erkannt, mit nur wenigen, erklärbaren Fehlersituationen sowie einer geringen Fluktuation der semantisch segmentierten Bildbereiche.

Neuheit / Innovation

Die Besonderheit des Systems liegt in der einfachen und flexiblen Adaptierbarkeit auf neue Anwendungsfälle bei Kunden bei geringem Einsatz annotierter Realdaten für das Finetuning. Als modulares System ist es vielfältig einsetzbar. Zusätzlich kann das System auf Fahrzeugen mit Gabelzinken seine Einbauposition selbstständig einkalibrieren. Technisch gesehen ist der Neuheitsgrad moderat, da vergleichbare Systeme teils auch schon in Systemen für die Lagerüberwachung, für die Frachtvermessung und in autonomen Staplern im Einsatz sind.

Kundennutzen

Der Kundennutzen besteht vor allem im effizienteren Einsatz von AMR durch situationsangepasstes Ausweichverhalten, automatisches Palettenhandling, effizientere Inbetriebnahme sowie der Umsetzung vielfältiger neuer autonomer Anwendungen mit AMR. Sowohl Bestandsfahrzeuge als auch neue AMR können mit dem Plug&Play-fähigen System von Romb einfach ausgerüstet werden. Durch die Modularität und den geringen Zielpreis lohnt sich der Einsatz des Systems in vielen Fällen. Zudem erleichtert die kurze Inbetriebnahmezeit von nur ein bis zwei Tagen erheblich den Einsatz.

Marktrelevanz

Der AMR-Markt ist relevanter Wachstumsmarkt mit circa 70.000 verkauften Einheiten im Jahr 2024, der sich zunehmend komplexere und anspruchsvollere Anwendungsszenarien erschließt. Ein semantisches Umgebungsverständnis ist insbesondere in solchen Situationen für einen Teil der Flotte eine relevante Mehrwertfunktion. Romb verfolgt zur Markterschließung ein Lizenzierungsmodell an AMR-Hersteller und ist preislich mit 1000 bis 5000 Euro pro System sehr attraktiv. Bislang wurden mit einem Endkunden und zwei interessierten Herstellern drei verschiedene Anwendungsszenarien pilotiert: die anpassungsfähige, autonome Aufnahme von Paletten, ein adaptives Ausweichverhalten in Abhängigkeit der Hindernisse (Menschen, statische Objekte) sowie die Belegtheitsprüfung in einem Pufferregal.

IFOY Fazit

Romb präsentiert eine technisch einfache, aber performante und überzeugende Lösung für das semantische Umgebungsverständnis für AMR, die mit einem sehr dateneffizienten Training punkten kann. Die Skalierung und Marktdurchdringung stellt den nächsten wichtigen Schritt für das Unternehmen dar.

Funktionalität  / Art der Umsetzung+
Neuheit / InnovationØ
Kundennutzen+
Marktrelevanz+
++ sehr gut / + gut / Ø ausgeglichen / − weniger / −− nicht vorhanden
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Quellennachweis für Bilder/Videos: Romb Technologies

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