IFOY Start-up of the Year Award

Warehouse Anywhere

PIKES

Warehouse Anywhere von PIKES ist eine flexible AMR-Lösung mit integrierter Software für die Intralogistik im produzierenden Mittelstand. Das System automatisiert den Transport und das Handling von KLT direkt am Boden, ohne starre Fördertechnik o. aufwendige Umbauten. Durch omnidirektionales Fahren, aktive Lastaufnahme und eine modulare Softwarearchitektur lässt sich Warehouse Anywhere schnell in bestehende Produktions- und Lagerumgebungen integrieren. Ziel ist eine digital vernetzte, skalierbare und wirtschaftliche Automatisierung überall dort, wo klassische Lagerautomation zu unflexibel ist.

Produktname und Firma

Warehouse Anywhere – PIKES

Beschreibung

Wer sein Lager automatisieren will, muss es meist erst abreißen.
Klassische Automatisierung in einer Produktionshalle verlangt Regale, Fördertechnik, Übergabestationen und einen Boden nach den Toleranzen der EN 15620, den keine Bestandshalle erfüllt. Also wird geschliffen, saniert oder neu gebaut. Die Branche hat sich daran gewöhnt, das Gebäude an die Technik anzupassen. Wir halten das für die falsche Reihenfolge.

Warehouse Anywhere dreht sie um. Ein autonomer mobiler Roboter mit Lager- und Flottensoftware nimmt Kleinladungsträger (KLT, 25 kg je Behälter) direkt vom Hallenboden auf, führt bis zu fünf gestapelt mit sich und gibt jeden Behälter in beliebiger Reihenfolge dort ab, wo Material gebraucht wird – ohne Umstapeln, ohne Übergabestation, ohne neuen Beton.
Er nimmt die Halle, wie sie ist: Schwellen, Gefälle, 30 Jahre Betriebsgeschichte. Automatisiert werden Transport, Lagerung, Bereitstellung und Handhabung. Jede befahrbare Fläche wird zum digital verwalteten Lager- oder Pufferplatz, zentral geführt und in Echtzeit lokalisierbar. Ein Regal ist eine Wette darauf, dass sich das Layout zehn Jahre lang nicht ändert. Unsere Lagerplätze sind Software – eine Layoutänderung ist eine Konfiguration.
Die erste Transportaufgabe läuft nach wenigen Stunden. Im Fokus steht der produzierende Mittelstand mit Bestandshallen, ausgeschlossen ist keine Halle. Wir bauen nicht das bessere Regal. Wir machen es überflüssig.

Innovationen

Neu ist die Funktionskombination, die es am Markt bisher nicht gibt.
1. Lastaufnahme direkt vom Boden. Klassische AMR benötigen zur Lastübergabe Wagen, Gestelle oder Rollenbahnen. Warehouse Anywhere greift die KLT unmittelbar vom Boden. Die stationäre Peripherie entfällt – der eigentliche Kostentreiber im Bestand.
2. Das Lager kommt zum Material, nicht umgekehrt. Jede freie Fläche wird zur Lager- oder Pufferzone und morgen wieder zur Produktionsfläche – ohne Bauwerk, ohne feste Topologie. Lagerplätze werden per Software vergeben, nicht gebaut: heute hier, morgen dort. Das ist das Prinzip Warehouse Anywhere – Lagerkapazität folgt dem Bedarf, nicht dem Grundriss.
3. Plug and Play statt Projektvorlauf. Weil nichts installiert wird, entfallen Planung und Anlagenmontage. Roboter abladen, Halle kartieren, erste Transportaufgabe nach wenigen Stunden – im laufenden Betrieb, ohne Stillstand. Vergleichbare Projekte binden Monate bis zum ersten produktiven Transport.
4. Mitgeführter Stapel mit wahlfreiem Zugriff. Bis zu fünf KLT gestapelt, jeder Behälter in beliebiger Reihenfolge entnehmbar, ohne Umstapeln. Funktional näher an einem Shuttle als an einem Transportroboter.
5. Betrieb auf gewachsenen Böden. Fahrwerk, Sensorik und Navigation sind auf Schwellen und Gefälle ausgelegt, nicht auf Ebenheiten nach EN 15620, die Bestandshallen nicht erfüllen.

Marktrelevanz

Der europäische AMR-Markt wird für 2026 auf $1,72 Mrd. beziffert und bis 2034 auf $8,86 Mrd. erwartet; der europäische Warehouse-Automation-Markt wächst von aktuell rund $7,0 Mrd. auf $27,4 Mrd. bis 2033 (Market Data Forecast).
Zielgruppe ist jedes Unternehmen mit KLT-Materialfluss, weitgehend branchenunabhängig: Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugbau und Zulieferer, Elektronik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Medizintechnik, Chemie, Lebensmittelverarbeitung. Allein das verarbeitende Gewerbe in Deutschland umfasst mehrere zehntausend Betriebe, europaweit ein Vielfaches davon. Hinzu kommen Handel und Krankenhauslogistik, von denen uns bereits Anfragen vorliegen.
Bedient wird durch uns jedoch nicht nur die perfekte Produktionshalle. Weil weder Regale noch Fördertechnik noch ein ebener Boden nötig sind, qualifiziert sich auch der Bestand: Hallen, die für Automatisierung bisher nicht infrage kamen und deshalb in keiner Marktprognose auftauchen. Dieses Potenzial ist nicht beziffert und kommt zu den genannten Zahlen hinzu – ebenso wie der Umstand, dass ein Kunde selten bei einem Fahrzeug bleibt: Die Flotte wächst mit dem Bedarf.
Dass der Markt erreichbar ist, zeigt sich schon vor Serienstart: Der Roboter läuft produktiv bei einem Industrieanwender, Vorserienfahrzeuge werden als bezahlte Projekte geliefert, der Umsatz wuchs von 215.720 EUR (2024) auf 554.798 EUR (2025). Auf der LogiMAT 2026 zeigte Toyota Automated Logistics den Prototypen auf dem eigenen Stand.

Kundennutzen

Der größte Vorteil ist der, den niemand sieht: die Baustelle, die es nie gibt. Bisher entschied nicht die Robotik darüber, ob ein Mittelständler automatisieren kann, sondern der Zustand seiner Halle – und damit die Frage, ob er einen Umbau finanzieren will. Diese Wahl entfällt.
Kein Bauprojekt, kein Stillstand. Die Inbetriebnahme unserer Lösung findet im laufenden Betrieb statt, erste Transporte nach wenigen Stunden statt nach Bauphasen von Monaten.
Damit entfallen Kosten, die in keinem Angebot stehen. Regalanlagen ziehen Genehmigungs-, Wartungs- und Brandschutzaufwand nach sich; jede Layoutänderung wird zum Umbauprojekt. Auf der Betriebsseite kosten Suchzeiten, Umlagerungen und Bestandsdifferenzen täglich Geld, tauchen aber in keiner Kostenstelle auf. Wer nur Anschaffungspreise vergleicht, übersieht diesen Block – bei uns entsteht er gar nicht erst.
Wir ermöglichen und erhalten Flexibilität. Wo gelagert und bereitgestellt wird, entscheidet die Software, nicht der Grundriss: Umdisponieren kostet eine Einstellung, keinen Umbau. Im Falle eines Umzugs ziehen die Fahrzeuge mit um– eine gebaute Anlage nicht.
Außerdem von Vorteil: der Bestand liegt verbrauchsnah, bleibt aber jederzeit auffindbar. Schweres Heben, Suchen und Umsetzen von Behältern entfallen für die Mitarbeitenden. Wächst der Bedarf, kommt ein Fahrzeug dazu. Ergänzend zum Kauf bieten wir ein Miet- und Leasingmodell an: damit wird Automatisierung zur Betriebsausgabe statt Einmalinvestition.

Quellennachweis für Bilder/Videos: PIKES

Nach oben scrollen