SOTO

Jungheinrich

Der vollautonome mobile Roboter SOTO von Jungheinrich stellt eine Innovation im Bereich der industriellen Materialversorgung dar. SOTO ist darauf spezialisiert, Kleinladungsträger (KLT) unterschiedlicher Größen selbstständig aufzunehmen, mehrere KLT autonom zu transportieren und diese präzise in Durchlaufregale von Produktions- und Montagelinien zu platzieren. Damit bietet der SOTO eine vollautomatische Lösung für bisher manuell durchgeführte Materialver- und -entsorgungsprozesse.
Entwickelt wurde der SOTO von der Jungheinrich-Gesellschaft Magazino.

Produktname und Firma

SOTO – Jungheinrich

Kategorie

Mobile Robot

Beschreibung

SOTO ist ein innovatives Robotersystem, das speziell entwickelt wurde, um KLTs völlig autonom aus Lagerbereichen wie beispielsweise Automatischen Kleinteilelägern (AKL) aufzunehmen und sie direkt an die Produktionslinie zu übergeben. Der Roboter schließt damit die Lücke zwischen bandnahem Materialpuffer und der Produktionslinie, die bislang einem manuellen Versorgungsprozess vorbehalten war. So wird sichergestellt, dass das richtige Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung steht.
Das Hauptziel von SOTO ist die End-to-End-Automatisierung der Nachschubversorgung mit KLTs („Supply-by-Robot“).
Besondere Merkmale von SOTO sind seine Fähigkeit, variable Ein- und Auslagerhöhen zu handhaben, mehrere KLTs gleichzeitig zu transportieren, flexibel Materialflüsse zu gestalten und sich sicher neben Menschen zu bewegen. Zudem beeindruckt er durch seine Autonomie, freie Navigation und das zuverlässige Handling verschiedener KLT-Typen und -Größen.
SOTO nutzt Künstliche Intelligenz (KI) und kann daher komplexe Transportaufgaben autonom bewältigen und auf Umgebungsveränderungen oder sich ändernde Bedarfe reagieren. Er hat die Fähigkeit, das Behälterhandling autonom durchzuführen, traditionelle Routenzüge zu ersetzen oder effektiv mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Bevor SOTO seinen Betrieb aufnimmt, erfasst er mittels Sensoren seine Umgebung und erstellt eine Orientierungskarte. Änderungen der Umgebung können im späteren Betrieb nutzerfreundlich durch den Kunden selbst vorgenommen werden.

Innovationen

Als weltweit erster mobiler Roboter seiner Art stellt SOTO einen Fortschritt in der Entwicklung mobiler Roboter dar. Seine besonderen Eigenschaften unterscheiden ihn von anderen Produkten auf dem Markt und bieten einen klaren Mehrwert für die industrielle Automatisierung. Ein wesentliches Merkmal ist seine Fähigkeit, bis zu 24 KLTs gleichzeitig zu transportieren, was im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen eine bis zu zehnfache Kapazitätssteigerung bedeutet. Dies verbessert maßgeblich die Leistungsfähigkeit und reduziert die Anzahl benötigter Fahrzeugbewegungen erheblich.
SOTO verfügt über einen flexiblen Arbeitsbereich, der von 0,4 bis zu 1,6 Metern Höhe reicht, und benötigt keine aktiven Elemente an den Durchlaufregalen. Diese Vielseitigkeit eröffnet neue Möglichkeiten für verschiedene industriellen Anwendungen und erlaubt die Nutzung von Bestandsregalen. SOTO kann KLTs in drei Richtungen aufnehmen und drehen, was ihn flexibel einsetzbar macht und eine Aufnahme/Abgabe der KLTs in der jeweils gewünschten Orientierung (längs/quer) zulässt.
Seine autonome und reaktionsschnelle Navigation ermöglicht es, sich in Echtzeit an wechselnde Produktionsumgebungen und -anforderungen anzupassen, ohne auf starre Routen oder externe Führungssysteme angewiesen zu sein. Künstliche Intelligenz macht SOTO lernfähig.
Die benutzerfreundlichen Tools und Schnittstellen erleichtern die Implementierung und den Betrieb in bestehenden Produktionsumgebungen. SOTO ist somit eine technologische Innovation, die die Effizienz und Produktivität in industriellen Anlagen weltweit steigern kann.

Marktrelevanz

Die Relevanz von SOTO für den Markt ist sehr hoch. Mit Blick auf die zukünftige Produktionslandschaft, die eine erhöhte Komplexität in der Materialbereitstellung und dezentrale Selbstorganisation in Echtzeit erfordert, stellt SOTO eine entscheidende Lösungskomponente dar.
Mit einem geschätzten Marktpotenzial von 1.000 Robotern pro Jahr adressiert er vor allem Branchen wie die Automobil-, Elektronik- und Weißwarenindustrie sowie die Spritzgussfertigung.
SOTOs Fähigkeit, autonom KLTs aufzunehmen und präzise an Produktionslinien zu platzieren, revolutioniert die industrielle Materialversorgung. Diese Autonomie kombiniert mit modernster Computer Vision und Sensortechnologie positioniert SOTO als smarte Verknüpfung zwischen Lagerbereichen und Produktions- und Montagelinien. Insbesondere in dynamischen Umgebungen bietet SOTO Unternehmen eine effiziente und zuverlässige Lösung zur Optimierung ihrer Material- und Produktionsflüsse.

Kundennutzen

Mehr Effizienz: SOTO transportiert bis zu 24 KLTs gleichzeitig und steigert so die Produktionsgeschwindigkeit und -effizienz um bis zu 60 Prozent.
Flexibilität und Ergonomie: SOTO kann KLTs in einem breiten Bereich aufnehmen und absetzen, ohne aktive Elemente an den Regalen. Dies verbessert die Ergonomie am Arbeitsplatz und reduziert die Belastung für die Mitarbeiter.
Benutzerfreundlichkeit: Nutzerfreundlichen Tools und Schnittstellen erleichtern die Integration und den Betrieb in bestehenden Produktionsumgebungen.
Autonome Navigation: SOTO navigiert autonom, ohne auf vorher festgelegte Routen oder externe Leitsysteme angewiesen zu sein. Dies ermöglicht eine agile Anpassung an sich ändernde Produktionsumgebungen und -anforderungen. Hindernisse im Gang werden automatisch umfahren.
Agilität: Das omnidirektionale Antriebskonzept macht SOTO wendig und platzsparend besonders an Engstellen.
Gesteigerte Prozessqualität: Dank SOTO sind Fehllieferungen nahezu ausgeschlossen.
Zuverlässiges Behälterhandling: Das neu entwickelte Greifkonzept passt sich den Behältergrößen an und ist fehlertolerant beim Be- und Entladen. Vorhandene KLTs bleiben zuverlässig nutzbar.
Integrierbarkeit in Mischflotten: Die Schnittstelle basiert auf aktuellem Industriestandard VDA 5050 (v2.0) und ist in gängige Flottenmanagementsysteme integrierbar.
Innovatives Energie- & Ladekonzept: Eingebaute Lithium-Ionen-Batterien und induktiven Ladestationen sind ressourcenschonend und langlebig.

Testbericht

SOTO ist in erster Linie ein mobiler Greifroboter, der sich auf die Automobil- und Spritzgussproduktion konzentriert. Unternehmen wie MAN, Miele, ZF, Wago, Bosch und ABB setzen mittlerweile auf SOTO. Laut Jungheinrich sind derzeit 30 SOTO-Roboter im Einsatz, mit weiteren 20 in Auftrag. Allein bei MAN sind zwölf SOTOs seit anderthalb Jahren im Einsatz. Der Fokus liegt dabei immer auf dem Transport von Kleinladungsträgern durch den mobilen Roboter.

Diesen vollautonomen mobilen Roboter aus dem Hause Magazino, das inzwischen zu 100 Prozent zu Jungheinrich gehört (die Hamburger hatten sich schon 2021 am Münchner Unternehmen beteiligt), kann man seit 2023 käuflich erwerben. Dabei ist offensichtlich, dass der SOTO von der Jungheinrich-Kompetenz profitiert. Die Hamburger sorgen für zuverlässige Hardware und das Engineering, Magazino für das Betriebssystem. Jungheinrich gibt ein selbstbewusstes Statement zu dem fahrenden „Roboterschrank“ ab: „That truck doesn’t have a competitor!“

Insidern der Intralogistik ist Magazino seit mehr als zehn Jahren ein Begriff – spätestens, als der Robotikvorreiter mit seinem intelligenten Lagerroboter TORU von sich reden machte, der in den Warehouses von Zalando zum Einsatz kam und auch weiterhin unter dem Magazino-Label verkauft wird. Jetzt hat Jungheinrich einen ausgereiften SOTO auf den Markt gebracht, der in erster Linie in der Produktionslogistik zum Einsatz kommt. SOTO übernimmt dort das intelligente Line-Feeding, also die Belieferung von Montage- und Produktionsbändern, beispielsweise im Automobilbau.

Doch was kann SOTO genau? Der Roboter verfügt über eine neue und ausgeklügelte Greiftechnik und präsentiert sich wie ein fahrender Kleiderschrank. Jungheinrich-Kunden können ihre Umgebung, in der der Roboter eingesetzt wird, eigenständig modellieren und erweitern. Dank künstlicher Intelligenz kann der Roboter komplexe Transportaufgaben autonom bewältigen und flexibel auf Umgebungsveränderungen reagieren. Im IFOY Test erwies sich der SOTO als zuverlässig, was die sichere Greiftechnik betrifft. Die Inbetriebnahme ist einfach, und im Fehlerfall wird eine visuelle Fehlerdiagnose durchgeführt. Schulungen mit grafischer Benutzerführung auf dem Display unterstützen die Bedienung von SOTO.

Was die harten Fakten betrifft: Der Return on Investment (ROI) von SOTO liegt laut Jungheinrich bei „unter drei Jahren“. Im Dreischichtbetrieb, wo der mobile Roboter seine Stärken ausspielen kann, kann der ROI sogar unter einem Jahr liegen – ein respektabler Wert für ein Investitionsobjekt dieser Größenordnung. SOTO kann bis zu 24 Kleinladungsträger autonom aufnehmen, zu ihren Zielen an den Montagebändern der Industrie transportieren und dort in Durchlaufregale abstellen – Aufgaben, die bisher manuell ausgeführt wurden. Nicht zuletzt deshalb schätzt Jungheinrich das Marktpotenzial seines mobilen Roboters insbesondere in der Automobil-, Elektronik- und Weißwarenindustrie sowie in der Spritzgussfertigung auf 1000 Geräte pro Jahr ein.

IFOY Fazit

Die Fähigkeit, je nach Größe der Behälter bis zu 24 Kleinladungsträger flexibel zu transportieren, macht SOTO einzigartig. Jungheinrich gibt an, dass die Produktivitätssteigerung durch höhere Versorgungsgeschwindigkeit und Effizienz bei 60 Prozent liegt. Das neu entwickelte Greifkonzept des Roboters ermöglicht eine Anpassung an verschiedene Behältergrößen und verzeiht Fehler beim Be- und Entladen. Wie alle Maschinen von Jungheinrich wird auch SOTO mit Lithium-Ionen-Batterien betrieben und verfügt über individuelle Ladestationen.

IFOY Innovation Check

Mit dem SOTO können KLT (3 Größen) aufgenommen, transportiert und abgegeben werden. Mit einem Greifer werden die KLT aufgenommen (bei Bedarf gedreht) und im mobilen Transportroboter eingelagert (je nach KLT-Größe bis zu 24 Stück). Es gibt eine Reihe von Funktionen zur Fehlerbehebung, sodass das Personal im Fehlerfall ohne großen Schulungsaufwand eine Fehlerbehebung durchführen kann. Einige mögliche Fehler, wie etwa Verdrehen des KLT bei der Entnahme, kann das Fahrzeug durch konstruktive Einrichtungen selbst beheben.

Neuheit / Innovation

Es gibt keine vergleichbare Technologie auf dem Markt. Mit dem SOTO wird die Automatisierungslücke zwischen AKL und Verbrauchsstelle durch eine intelligente Automatisierungslösung geschlossen. Auch das Design ist herausragend. Den SOTO als Magazino-Produkt gibt es allerdings bereits länger und er wurde auf verschiedenen Messen vorgestellt. Zuletzt erfuhr er eine deutliche konstruktive Überarbeitung der gesamten Handhabungstechnik.

Kundennutzen

Wettbewerbsfähiges KLT-Handling: Im Vergleich zum Menschen wird ein Faktor von 0,7 erreicht (SOTO-Handling: bis zu 60 KLT, Human Handling 80 – 100 KLT). Wirtschaftlich ist er vor allem ab einem 2-Schicht-Betrieb.

Marktrelevanz

Die Automatisierung wird zu einem immer wichtigeren Faktor zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. SOTO schließt hier eine Lücke zwischen AKL und Verbrauchsort. Nur durch höhere Handhabungsraten im Vergleich zum Menschen kann die Relevanz weiter gesteigert werden.

IFOY Fazit

Ein bekanntes innovatives Startup-Produkt hat ein höheres Technologie-Readiness-Level erreicht. Technik und Design ist stimmig, die Marktrelevanz und der Kundennutzen ist als besonders hoch einzustufen.

Funktionalität  / Art der Umsetzung+
Neuheit / Innovation+
Kundennutzen++
Marktrelevanz++
++ sehr gut / + gut / Ø ausgeglichen / − weniger / −− nicht vorhanden
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Quellennachweis für Bilder/Videos: Jungheinrich

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