AGILOX AMR-Flotte optimiert Produktionsversorgung bei BMW

AGILOX Services

In Regensburg wird eine der größten AMR-Flotten im deutschsprachigen Raum für die Versorgung von Produktionslinien im Automotive-Bereich betrieben. Dabei stellen 27 AMRs von AGILOX den Nachschub von Fertigungsteilen zur Herstellung von Karosseriebauteilen sicher. Um dies ausfallsicher gewährleisten zu können, kommunizieren die AMRs untereinander vernetzt.

Produktname und Firma

AGILOX AMR-Flotte optimiert Produktionsversorgung bei BMW – AGILOX Services

Kategorie

Integrated Customer Solution

Kunde

BMW Group

Umsetzungszeitrum

Von:

01.01.2017

Bis:

31.12.2023

Investitionsvolumen

Case Study

Der Kunde

Die BMW Group, mit Hauptsitz in München, ist einer der größten Kraftfahrzeughersteller (Autos, Motorräder) weltweit. In Regensburg betreibt das Unternehmen eines der modernsten Automobilproduktionswerke in Europa mit einer Gesamtfläche von mehr als 1,4 Millionen Quadratmetern. Insgesamt werden bis zu 1.000 Fahrzeuge der Modelle BMW 1er, BMW X1 sowie BMW X2 arbeitstäglich weltweit an Kunden geliefert.
Im Rahmen der Produktionslogistik sind im BMW Group Werk Regensburg 27 Autonome Mobile Roboter (AMR) von AGILOX im Einsatz. In einer durchschnittlichen Woche bewegt der Schwarm etwa 2.624 Tonnen und legt dabei rund 3.294 Kilometer zurück. Die Flotte in Regensburg stellt eine der größten AMR-Flotten im deutschsprachigen Raum für die Versorgung von Produktionslinien im Automotive-Bereich dar.

Die Ausgangssituation

Vor dem Einsatz der Autonomen Mobilen Roboter von AGILOX wurden Produktionslinien zyklisch mithilfe von Routenzügen versorgt. Die Bestückung der Pufferlager erfolgte manuell. Stationen konnten nur im Rahmen eines festgelegten Zyklus angefahren und bestückt werden.

Die Lösung

Im Rahmen eines Pilotprojektes zu Roboter-gestützten Transportlösungen wurde im Jahre 2017 der erste Autonome Mobile Roboter von AGILOX im BMW Group Werk Regensburg installiert. Nach einer Testphase wurde die Flotte sukzessive erweitert. Ende des Jahres 2023 befinden sich 27 AMRs im Einsatz.
Die Lösung von AGILOX basiert auf der sogenannten „X-Swarm Technology“. Dadurch können die einzelnen AMRs miteinander kommunizieren und interagieren. Es entsteht eine Schwarmintelligenz, bei der die Rechenleistung und Materialflussorchestrierung auf die einzelnen Geräte verteilt sind. Fällt ein Roboter aus, stellen die restlichen Roboter den ununterbrochenen Warenfluss sicher.
Mittlerweile versorgen 27 AGILOX ONE die Arbeitsstationen mit Fertigungsteilen für den Produktionsprozess von Karosseriebauteilen.

Arbeitsstationen werden automatisch bedarfsgesteuert bestückt. Bei kurzfristigen Bedarfen können Produktionsmitarbeiter Teile individuell bestellen. Der AGILOX ONE beliefert die Station völlig unabhängig und kann zudem für den Leerguttransport genutzt werden.
Die Bedienoberfläche kann dabei individuell an die Arbeitsstation angepasst und die Materialflusssteuerung verändert werden. Der Transport der Voll- und Leergutware erfolgt über Distanzen von mehr als 100 Meter im Mischverkehr, der Fußgänger, Stapler und Routenzüge miteinschließt. Die Geräte müssen in der Lage sein auch bei kleinsten Veränderungen einen sicheren Transportverkehr zu gewährleisten. Die Autonomen Mobilen Roboter von AGILOX erfüllen sämtliche normativ erforderlichen Sicherheitsstandards (2006/42/EG, 2014/30/EU, 2014/53/EU, EN ISO 12100:2013, EN ISO 13849-1:2016, EN ISO 13849-2:2013, EN ISO 3691-4:2020) und sind sowohl CE-, als auch TÜV-zertifiziert. Sieben Sensoren (Ultraschall, Obstacle Avoidance, Navigationsscanner, sowie mehrere Sicherheitssensoren) finden dabei Einsatz. Die Autonomen Mobilen Roboter erkennen kleinste Hindernisse am Weg und sind in der Lage vollkommen autonom und selbstständig auszuweichen. Die Route wird innerhalb weniger Millisekunden umgeplant und mit dem gesamten Schwarm abgestimmt. Die restlichen Geräte können dadurch ebenfalls auf Veränderungen rasch reagieren und eine störungsfreie Materialflussversorgung garantieren.

Summary

Verfügbarkeit ist eine der wichtigsten Kennzahlen in der Automobilindustrie, um die Einhaltung von Taktzeiten sicherstellen zu können. Durch den Einsatz von AGILOX AMRs können Materialflüsse flexibel und eigenständig angepasst und verändert werden, ohne auf externe Ressourcen angewiesen zu sein beziehungsweise den Warenfluss zu stören. Innovative Mechanismen stellen sicher, dass zu jedem Zeitpunkt Ware sicher und ohne Unterbrechung zu den Arbeitsstationen transportiert wird.

Testbericht

Im BMW-Werk Regensburg laufen täglich 1300 Premiumfahrzeuge vom Band. Für die Versorgung des Karosseriebaus mit Rohmaterialien sind 27 autonome mobile Roboter AGILOX ONE im Einsatz. Im Laufe der Zeit hinzugekommen ist zudem das Leergut-Handling im Karosseriebau, welches die komplette Ver- und Entsorgung der Ladungsträger umfasst.

AGILOX hat seine Wurzeln in der Softwarebranche – früher hat das Unternehmen Warehouse-Management-Software (WMS) entwickelt und verkauft – und ist nun in die Hardware-Produktion gewechselt, ohne dabei die Software zu vernachlässigen. Fünf der sechs Gründer, die im Gründungsjahr 2017 nach einer gewonnenen BMW-Ausschreibung das erste große Pilotprojekt bei dem Premium-Automobilhersteller starteten, sind immer noch an Bord. Wie es sich für Pioniere gehört, wurde im Regensburger BMW-Werk zunächst nur ein Gerät der Österreicher eingesetzt. Eine Besonderheit des integrierten Kundenprojektes liegt darin, dass BMW ab dem „AGILOX #1“ sämtliche Erweiterungen der AMR-Flotte bis Ende 2023 eigenständig auf die oben erwähnten 27 Geräte durchgeführt hat.

Bei BMW fährt derzeit die größte AGILOX-Flotte im deutschsprachigen Raum. Alle Geräte sind miteinander vernetzt, können sich omnidirektional im Stand drehen und gewährleisten mittels Schwarmintelligenz die zuverlässige Versorgung des Karosseriebauteilbereichs. Anstatt einer zentralen Steuerung verfügt jedes Fahrzeug quasi über seinen eigenen Leitrechner. „Klassische“ AMR tauschen bekanntermaßen nicht ihre Aufträge aus, und jeder Betreiber, in diesem Fall BMW, müsste ein Notfallkonzept entwickeln. Mit der AGILOX-Flotte ist dies nicht erforderlich. Sollten Hindernisse auftreten, werden die anderen AGILOX-AMR informiert.

Im BMW-Werk in Regensburg, wo der 1er, der X1 sowie der X2 vom Band laufen, bewegt der AMR-Schwarm in einer Woche durchschnittlich 2.624 Tonnen Material und legt dabei rund 3.294 Kilometer zurück. Bevor AGILOX seine Geräte dort einsetzte, versorgte BMW seine Produktionslinien zyklisch mithilfe von klassischen Routenzügen. Die Bestückung der Pufferlager erfolgte manuell, und Arbeitsstationen konnten nur im Rahmen eines festgelegten Zyklus angefahren und bestückt werden.

In Summe hat AGILOX inzwischen über 1400 AMR bei seinen Kunden im Einsatz und gibt seinen Kunden eine Reihe von Werkzeugen an die Hand, um ihren Workflow abzubilden. Aufgrund ihrer Omnidirektionalität sind die AMR von AGILOX insbesondere auch für bestehende Brownfield-Anlagen sehr interessant. Derzeit beträgt die Lieferzeit für die Geräte sechs bis acht Wochen. In 80 Prozent der Fälle liegt die Inbetriebnahmezeit für das System bei nur einer Woche. Muss ein AGILOX an die Steckdose, genügen drei Minuten Ladezeit für danach wieder eine Stunde Fahrt.

IFOY Fazit

In der Automobilindustrie, wo es aufgrund extrem teurer Bandstillstandszeiten immer um Verfügbarkeit und die Einhaltung der Taktzeiten geht, lassen sich über den Einsatz von AMR aus dem Hause AGILOX die Materialflüsse flexibel und eigenständig anpassen – kein AGILOX-Mitarbeiter muss deshalb nach Regensburg fahren. Innovative Mechanismen stellen sicher, dass zu jedem Zeitpunkt Ware sicher und ohne Unterbrechung zu den Arbeitsstationen der Karosseriebauteile-Fertigung gelangen können.

IFOY Innovation Check

Funktionalität / Art der Umsetzung

Das Projekt fand statt im Kontext der Karosseriefertigung von BMW im Werk Regensburg. Es sollte der Transport von Blechteilen, welcher bisher mit manuell bedienten Routenzügen durchgeführt wurde, mittels Palettenhub-AMR automatisiert werden.

Der Kunde ist mit einem einzelnen AGILOX-AMR gestartet, um den Betrieb automatischer Fahrzeuge im kleinen Stil zu proben und dann einen fließenden Übergang von Routenzügen zur Automatisierung anzugehen.

In der Folge wurden über die Projektlaufzeit von über sieben Jahren hinweg weitere AMR zum Transportprozess hinzugefügt. Der Hochlauf endete bei 27 Fahrzeugen. Nach der Implementierung des zentralen Vollgutprozesses wurden Leergut- und weitere -Prozesse hinzugefügt.

Neuheit / Innovation

Aufgrund der langen Projektlaufzeit mussten zwangsläufig mehrere Hard- und Softwareversionen der AMR kombiniert werden. Dies ist in Automatisierungsprojekten unüblich, denn es ergeben sich dadurch Schwierigkeiten für die Flottenintegration und die Wartung. Insbesondere besitzen im konkreten Fall die älteren Fahrzeuge eine zweidimensionale Hinderniserkennung, während diese bei neueren Fahrzeugen mit dreidimensionalen Sensoren funktioniert. Eine weitere Innovation ist die sehr intuitive Bedienung der Flottensteuerung, welche verteilt auf den Fahrzeugen läuft und als Webinterface aufrufbar ist. Hierdurch konnte der Kunde die zusätzlich umzusetzenden Prozesse und Transportrelationen weitgehend ohne Unterstützung durch AGILOX einpflegen. Dieser Aspekt ist jedoch nicht projektspezifisch, sondern ein Standardfeature der AGILOX-AMR. Schließlich fiel hinsichtlich des Innovations- und Neuheitsgrades auf, dass in dem Projekt kaum heterogener Verkehr auftrat, da neben den AGILOX-Fahrzeugen nur einige Routenzüge und selten Stapler im gleichen Arbeitsraum unterwegs waren.

Kundennutzen

Der Kundennutzen wird als hoch eingeschätzt, da mit wenig Prozessanpassungsaufwand und einer unkomplizierten Inbetriebnahme ein sehr robustes Automatisierungsergebnis erzielt werden konnte.

Auf Kundenseite ist dabei vor allem die große Flexibilität der Fahrzeuge durch die AGILOX-Schwarmintelligenz von Bedeutung.

Marktrelevanz

Die Marktrelevanz wird aufgrund der großen Flexibilität der AGILOX-AMR hinsichtlich schrittweiser Erweiterungen und der Möglichkeit kundenseitiger Anpassungen als sehr hoch angesehen, insbesondere für hochindividuelle Automatisierungsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen ohne ausgeprägte Automatisierungs- und Prozessplanungskompetenz.

IFOY Fazit

Insgesamt ist das Inbetriebnahmeprojekt aufgrund der langen Hochlaufphase, der geringen Einbindung des AMR-Herstellers und der Verwendung von Standardfahrzeugen mit bereits marktbekannten Funktionen nur von durchschnittlicher Innovationskraft.

Funktionalität  / Art der UmsetzungØ
Neuheit / Innovation
Kundennutzen+
Marktrelevanz++
++ sehr gut / + gut / Ø ausgeglichen / − weniger / −− nicht vorhanden
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Quellennachweis für Bilder/Videos: AGILOX

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