2STACK® + ID.ADD – Prozessinnovation für automatischen Nachschub mit FTS

SSI Schäfer

Mit dem innovativen Konzept Automated Driverless Delivery (ADD) setzen SSI Schäfer und der Kooperationspartner IDENTYTEC neue Maßstäbe im Kontext von Intralogistik 4.0. Das ADD-System zur Nachschubversorgung für Klein- und Großladungsträger (KLTs/ GLTs) in der Produktions- und Lagerlogistik fußt auf den bewährten technologischen Bausteinen automatischer Bedarfsmeldesysteme und Auto-ID-Produkte. Diese Identifikations- und Abrufsysteme werden nun in der höchsten Ausbaustufe der vollautomatisierten Nachschubsteuerung mit Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) kombiniert. Durch diese neu entwickelte, ganzheitliche Systemlösung werden nicht nur smarte, hochtransparente Logistikprozesse geschaffen und intelligent-interagierende (Sub-)Systeme miteinander vernetzt, sondern völlig neue Flexibilitätspotenziale bei gleichzeitig signifikant reduzierten Installations- und Betriebskosten erschlossen.

Produktname und Firma

2STACK® + ID.ADD – Prozessinnovation für automatischen Nachschub mit FTS – SSI Schäfer

Kategorie

Mobile Robot

Beschreibung

Innovationen

Die Einreichung stellt eine FTS-basierte Prozessinnovation dar, die durch eine konzeptionelle Integration und Kombination neuartiger Technologien wie FTS, Auto-ID Produkte und eKanban einen vollständig geschlossen, hoch-transparenten Regelkreislauf schafft. Als Reaktion auf die kontinuierlich steigende Individualisierung in der Fertigung und Montage setzt der intelligente ADD-Prozess einen neuen Standard, indem die Material-Nachschubversorgung mit FTS im Unterschied zu kostenintensiven manuellen Lösungen oder starren Routenzügen nun vollautomatisch, bedarfsgesteuert und vor allem klein-skaliger, schneller und wesentlich präziser erfolgt. Zusätzlicher Kundennutzen (USPs):

1. Sehr hohe Flexibilität durch schnelles, gezieltes und direktes Anfahren der Abgabestellen

2. 100%-ige Personaleinsparung im Nachschubprozess durch mannlose Belieferung

3. Stark reduzierte Bestände durch ein hoch-dynamisches Replenishment und geringere Raum- und Flächenbedarfe

4. Minimierte Bereitstellzeiten durch dezentral organisierte FTSs

5. Sehr kurze Reaktionszeiten bei ungeplanten Umstellungen, neuen Arbeitsschritten oder Störungen

6. Fehlervermeidung im Prozess der Befüllung durch ein automatisches Put-to-Light-System, elektronisch ansteuerbare Separatoren sowie software-basierte Bestandsüberwachung

7. Völlig neue Freiheitsgrade in der Gestaltung komplexer Produktionslayouts

8. Individualisierte, parallelisierte Materialversorgung statt starrer, reihenfolge-gebundener Massenlieferung

Marktrelevanz

Kundennutzen

Testbericht

2STACK + ID.ADD ist eine Kombination aus FTS (SSI Schäfer / Motum) und intelligenten, fahrenden Durchlaufregale (IdentyTEC). Beide Komponenten kommunizieren über Radiofrequenz (RF) miteinander sowie mit dem zugehörigen Bestellsystem in der Produktion.

Wird eine vordefinierte Mindestmenge in der Produktion unterschritten, erhält das System automatisch ein Nachschubsignal. Es wird ausgelöst und per Funk übermittelt, sobald der letzte Behälter aus dem Regal entnommen wird. Die Notwendigkeit eines Scan-Auftrags in der Produktion entfällt damit.

Die Bestelldaten werden an die übergeordnete Software übertragen. Diese leitet die Nachschubaufträge weiter an das FTS.

Über einen großen Bildschirm und Put-to-Light-Technologie ist sichtbar, welche SKUs (Stock Keeping Units) an welche Position in der Durchlaufregale gelegt werden müssen. Die Regale können dabei sehr flexibel eingeteilt werden und gleichzeitig unterschiedliche Behältergrößen und SKUs aufnehmen.

Die Reihenfolge der Kästen im Regal orientiert sich an den jeweiligen Bedürfnissen der Produktion. Sobald die Regale gefüllt sind, wird dies über den Touchscreen bestätigt. Diese Bestätigung löst gleichzeitig den Abholauftrag an das FTS aus.

Die Kombination aus FTS und fahrendem Regal absolviert ihre Route entlang verschiedener Stationen in der Produktionshalle, und liefert die bestellten Kästen dort vollautomatisch ab. Mitarbeiter müssen dabei nicht mehr Hand anlegen.

Dieses Konzept erfordert einen hohen Grad an Genauigkeit. Aus diesem Grund kommt für die Positionierung Lasertechnologie zum Einsatz. Die Feinpositionierung an der Produktion wird unter anderem mit Sensoren realisiert, wodurch sich die Regale auf den Millimeter genau heben lassen.

Die Lösung kann auch für die Rückführung leerer Kästen verwendet werden, womit ein vollautomatischer Zyklus realisiert werden kann. Darüber hinaus bieten die Partner die gleiche Technologie für die Nachschubsteuerung größerer Ladungsträger, wie zum Beispiel Paletten, an. Der Nachschubauftrag wird in diesem Fall ausgelöst, sobald das Gewichts auf der Palette einen vordefinierten Wert unterschreitet.

IFOY Testfazit

2STACK + ID.ADD ist ein einzigartiges Konzept, das eine vollautomatische Versorgung einer Produktion ermöglicht.

IFOY Innovation Check

Marktrelevanz

Nominiert ist der 2STACK von SSI Schaefer/MoTuM in Verbindung mit dem ID.ADD Prozess von IDENTYTEC. Es handelt sich hier um eine Prozessinnovation im Bereich der Nachschubversorgung mittels FTF. Das Verfahren soll vor allem bei eKanban-Systemen zum Einsatz kommen. Nach der automatischen Bestellauslösung durch die mit taktilen Sensoren ausgestatteten Regale am Montageplatz, befüllt ein Kommissionierer im Supermarkt bzw. am AKL ein Nachschubregal, das mit einem Put-to-Light-System ausgestattet ist. Das FTF nimmt das befüllte Nachschubregal auf und beliefert die Montageplätze. Durch die Hubfunktion des FTF können einzelne Kanäle der Regale im Produktionsbereich zielgenau befüllt werden. Durch fest eingebaute, einzeln steuerbare Separatoren im Nachschubregal lassen sich einzelne KLT freigeben, die mittels Schwerkraft in das Durchlaufregal im Produktionsbereich zu rollen. Auf diese Weise kann auch Leergut an den Arbeitsplätzen entsorgt werden. Für die verschiedenen Größen der KLT stehen unterschiedliche Nachschubregale bereit. Zudem kann das FTF Paletten o.Ä. aufnehmen und so auch in diesem Bereich eine automatische Ver- und Entsorgung der Arbeitsplätze gewährleisten. Kanban ist ein bewährtes Konzept in der Montage, so dass eine Flexibilisierung und Optimierung der Belieferung durch FTF ein breites Anwenderspektrum anspricht. Die Marktrelevanz dieser Prozessinnovation ist daher sehr gut.

Kundennutzen

Der Kundennutzen besteht in einer deutlich verbesserten Nachschubbelieferung. Abgesehen von der Befüllung der Nachschubregale im Supermarkt kommt das System völlig ohne menschliche Unterstützung aus. Auch dieser Vorgang kann durch die Anbindung eines Automatischen Kleinteilelagers automatisiert werden. Die Nachschubversorgung und die Entsorgung der Leerbehälter erfolgen automatisch. Für KLT (in einem Nachschubregal) und Paletten wird das gleiche Fahrzeug verwendet, so dass ein hoher Nutzungsgrad für das FTF gegeben ist. Im Gegensatz zu den gängigen Routenzügen ist das Fahrzeug in der Lage engere Kurven zu fahren, wodurch Fläche eingespart wird. Weniger Fläche ist auch durch eine bessere Abstimmung und Bestände nahe dem festgelegten Mindestbestand nötig. Das Put-to-Light-System und die automatische Belieferung der Durchlaufregale reduziert Fehler bei Kommissionierung und Belieferung und minimiert Ausfallzeiten. Allerdings kann das Regal im Vergleich zum Routenzuganhänger nur wenige Behälter aufnehmen. Zudem müssen aufwändige Lokalisierungsverfahren wie die Laserreflexmarkennavigation und sehr stabile Regale eingesetzt werden. Zudem verlangt das System eine genaue Überwachung der Zustände von Behältern, Rollen und Übergabeeinrichtungen. Der Kundennutzen wird deshalb als gut eingeschätzt.

Neuheitsgrad

Neu ist die ganzheitliche Abwicklung der Nachschubversorgung mit einem Fahrzeug, das verschiedene Regalaufbauten nutzt. Die Nachschubregale mit Put-to-Light-Systemen besitzen einzeln steuerbare Separatoren, die eine Vereinzelung der KLT und eine nachvollziehbare Abgabe an das Zielregal ermöglichen. Durch die Hubeigenschaft des FTF ist eine gezielte Belieferung von Kanälen möglich, wozu bisherige Systeme am Markt nicht in der Lage sind. Das Nachschubregal ist mit einer Pufferbatterie ausgestattet, die über das FTF geladen wird. Das FTS an sich ist keine Innovation, lediglich kleine Veränderungen (Kontaktstellen zum Laden der Regale) waren notwendig. Die Nachschubregale mussten ebenfalls nur für den mobilen Einsatz umgebaut werden. Die eigentliche Innovation ist das Zusammenspiel der Komponenten und damit die Möglichkeit eine ganzheitliche Nachschubversorgung zu schaffen, die dabei sehr präzise auch einzelne KLT in bestimmten Kanäle abgeben kann. Der Neuheits-/Innovationsgrad wird daher mit ausgeglichen bewertet.

Funktionalität / Art der Umsetzung

Die Umsetzung des Systems macht qualitativ einen sehr guten und stabilen Eindruck. Die Zuverlässigkeit der Funktion konnte im Testaufbau nicht im Betrieb nachvollzogen werden.

Funktionalität  / Art der Umsetzung++
Neuheit / Innovation+
KundennutzenØ
Marktrelevanz+
++ sehr gut / + gut / Ø ausgeglichen / − weniger / −− nicht vorhanden
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Quellennachweis für Bilder/Videos: SSI Schäfer

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