IFOY AWARD 2026: Sieger stehen fest

Die besten Innovationen der Intralogistik stehen fest: In Stuttgart wurden vor rund 150 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien die Gewinner des IFOY AWARD 2026 aus fünf Nationen ausgezeichnet. Für eine Premiere in der 14-jährigen Geschichte des internationalen Innovationswettbewerbs sorgte ein Punktegleichstand beim Juryvoting in der Kategorie Robot Warehouse System. Libiao Robotics und Nomagic teilen sich den Sieg in dieser Kategorie. Weitere Awards gehen an Idealworks, Jungheinrich, The Mobile Robot Company und Wiltsche Fördersysteme. Als IFOY Start-up of the Year 2026 wurde Pyck ausgezeichnet. Gastgeber der Preisverleihung war der IFOY Eventpartner AEB.

Für zusätzliche Spannung und den IFOY-typischen Jubel sorgte die Bekanntgabe der Sieger erst auf den Bühne. Die Laudatoren Jan Drömer (Vorstandsvorsitzender VDMA-Fachverband Fördertechnik und Intralogistik), Dr. Lars Kleeberg (Hauptgeschäftsführer, Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e. V.), Sabine Loos (Hauptgeschäftsführerin, Westfalenhallen Unternehmensgruppe), Markus Meißner (Geschäftsführender Direktor, AEB), Marc Lösken (Leiter Markenlogistik, Porsche AG) und Udo Schmidt (Vice President Europe, Cascade Europe) verkündeten die bis zuletzt geheim gehaltenen Juryentscheidungen.

Der International Intralogistics and Forklift Truck of the Year (IFOY) AWARD zählt zu den bedeutendsten Technologiewettbewerben der Intralogistik weltweit. 49 Produkte und Lösungen wurden für den Durchgang eingereicht, 17 Produkte und Lösungen qualifizierten sich für das Finale und stellten sich im April beim TEST CAMP INTRALOGISTICS dem mehrstufigen IFOY Audit.

„KI ist das Megathema unserer Zeit und es war das beherrschende Thema dieses IFOY AWARD Durchgangs. Im Audit haben die Finalisten eindrucksvoll gezeigt, was in der Praxis durch den Einsatz von KI möglich ist. Die Entscheidung war ein Krimi mit vielen Überraschungen in einem außergewöhnlich starken Teilnehmerfeld“, sagte Anita Würmser, Geschäftsführende Vorsitzende der IFOY Jury, in Stuttgart. 

Die IFOY Königsklasse der Integrated Customer Solutions entschied Jungheinrich in einem Wimpernschlagfinale für sich. Der Hamburger Intralogistikspezialist überzeugte die Jury mit einer KI-gestützten Warehouse-Management-Lösung für das neue zentrale Ersatzteillager von Liebherr in Ehingen. Das System steuert sämtliche Lager- und Versandprozesse auf einer zentralen Plattform – vom Paletten-Hochregallager mit 18.000 Stellplätzen über das Kleinteile-Shuttle-Lager mit 40.000 Behälterstellplätzen bis hin zu neun manuellen Lagerbereichen. Mithilfe selbstlernender Algorithmen berechnet die Lösung den optimalen Zeitpunkt für Kommissionierung und Auslagerung und passt Abläufe dynamisch an Prioritäten und Versandfenster an. So wird die weltweite Ersatzteilversorgung für Krane zuverlässig sichergestellt.

Die Jury würdigte insbesondere den konsequenten Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Automatisierung von Entscheidungen statt einzelner Prozessschritte. Das Projekt zeige eindrucksvoll, wie datengetriebene Steuerung die Effizienz komplexer Logistiksysteme steigern könne. Die hohe Prognosegenauigkeit, die deutliche Reduzierung manueller Eingriffe und die nachweisbaren operativen Verbesserungen machten die Lösung zu einem herausragenden Beispiel intelligenter Intralogistik, so das Urteil der Jury.

Ein denkbar enges Rennen lieferten sich die Finalisten in der Kategorie Warehouse Robot Systems. Aufgrund eines Patts (ex equo) beim Juryvoting gab es erstmals in der Geschichte des IFOY AWARD zwei Sieger in einer Kategorie: Libiao Robotics aus China und Nomagic aus Polen.

Libiao Robotics überzeugte die Jury mit AirRob PRO, einer innovativen Automatisierungslösung, die Robotik, Fördertechnik und Lagerung in einer einzigen, einfach integrierbaren Lösung vereint. Dank eines schwenkbaren Greifarms kann der kletternde Lagerroboter Behälter und Kartons auf beiden Seiten eines Regalgangs aufnehmen und absetzen, was Durchsatz und Flexibilität deutlich erhöht. Die Lösung lässt sich in bestehende Regalanlagen integrieren und reduziert dadurch Investitionsaufwand und Implementierungszeit.

Die Jury würdigte insbesondere die hohe Praxistauglichkeit, Skalierbarkeit und den klaren Kundennutzen. Hervorgehoben wurden die intelligente Kombination von Förder- und Greiffunktion, die innovative Greifertechnologie sowie die Fähigkeit, bestehende Lagerstrukturen effizient zu automatisieren. AirRob PRO setze neue Maßstäbe für die flexible Lagerautomatisierung und zähle zu den innovativsten Robotiklösungen des Wettbewerbs, so das Urteil der Jury.

Nomagic überzeugte die Jury mit dem Shoebox Picker, einer neuartigen Robotiklösung für die automatisierte Handhabung von Schuhkartons im E-Commerce. Er kann erstmals unverschlossene Schuhkartons unterschiedlicher Größen, Formen und Ausrichtungen zuverlässig aufnehmen und bewegen. Der Shoebox Picker ist Bestandteil eines mit verschiedenen Greifern ausgestatteten Pickautomaten, die je nach Produkt automatisch gewechselt werden. Unterstützt durch ein KI-basiertes Wahrnehmungssystem erkennt die Lösung die Artikel selbstständig und steuert den Greifvorgang präzise. Dadurch lassen sich bislang manuelle Kommissionier- und Sortierprozesse automatisieren und deutlich effizienter gestalten.

Die Jury würdigte insbesondere die Lösung eines bislang ungelösten Automatisierungsproblems in der Fashion-Logistik. Die Kombination aus intelligenter Bilderkennung, innovativer Greifertechnologie und hoher Prozesssicherheit eröffne neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Automatisierung im E-Commerce. Der Shoebox Picker gelte als potenzieller Game Changer und „heiliger Gral“ der Automatisierung von Schuhkartons, so das Urteil der Jury.

Die Kategorie Intralogistics Software gehörte erneut zu den spannendsten Wettbewerben des Jahres. Idealworks überzeugte die Jury mit dem Idealworks Orchestration System (OS), einer cloudbasierten Plattform zur zentralen Steuerung und Vernetzung unterschiedlichster Fahrzeuge, Systeme und Geräte in der Intralogistik. Die offene, herstellerunabhängige Architektur ermöglicht die nahtlose Integration von AMR, FTS und manuellen Fahrzeugen ebenso wie die Anbindung von Sensoren, Toren sowie WMS- und ERP-Systemen. Echtzeitanalysen, Simulationen und digitale Zwillinge schaffen Transparenz und unterstützen die kontinuierliche Optimierung von Materialflussprozessen.

Die Jury würdigte insbesondere den konsequent offenen Plattformansatz und die Fähigkeit, heterogene Flotten unterschiedlicher Hersteller zentral zu orchestrieren. Die Lösung adressiere eine der zentralen Herausforderungen moderner Intralogistik und schaffe die Grundlage für flexible, skalierbare und zukunftssichere Automatisierung. Ausschlaggebend für den Sieg seien vor allem der hohe Praxisnutzen, die ausgeprägte Interoperabilität und die große Zukunftsfähigkeit der Plattform gewesen, so das Urteil der Jury.

Den Titel Industrial Truck of the Year sicherte sich The Mobile Robot Company aus Dänemark für den J1600 self-driving pallet jack. Der Palettenhubwagen mit 1,6 Tonnen Tragfähigkeit kann sowohl wie ein herkömmlicher Elektro-Hubwagen genutzt als auch mithilfe von 3D-LiDAR-Technologie autonom durch Lager- und Produktionsumgebungen navigiert werden. Die intuitive Bedienung und die einfache Integration ermöglichen insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen einen schnellen und wirtschaftlichen Einstieg in die Automatisierung.

Die Jury würdigte insbesondere das innovative Dual-Mode-Konzept, das Anwendern maximale Flexibilität bietet. Der J1600 verbinde moderne Robotik mit niedrigen Einstiegshürden und ermögliche spürbare Produktivitätsgewinne bei minimalem Implementierungsaufwand. Mit seiner hohen Praxistauglichkeit setze das Fahrzeug neue Maßstäbe für den niederschwelligen Zugang zur mobilen Automatisierung, so das Urteil der Jury.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen in der Kategorie Special of the Year ging Wiltsche Fördersysteme mit Destuff-it, einem mobilen Container-Entladesystem aus Kanada, über die Ziellinie. Die batteriebetriebene Anlage unterstützt Mitarbeitende beim Be- und Entladen von Paketen bis zu 74 Kilogramm. Ein höhenverstellbares Förderband bringt die Anlage direkt an die Ladung heran, sodass schwere Hebe-, Dreh- und Streckbewegungen weitgehend entfallen. Dank Batteriebetrieb kann sie problemlos von Tor zu Tor bewegt werden, was den Durchsatz erheblich steigert und dabei Verletzungen fast vollständig eliminiert. Die Jury würdigte insbesondere den hohen Praxisnutzen: Destuff-it adressiere eine der größten Herausforderungen der Logistikbranche – die körperliche Belastung der Mitarbeitenden. Als robuste und wirtschaftliche Lösung schließe das System die Lücke zwischen manueller Entladung und einer noch nicht verfügbaren Vollautomatisierung in dem Segment.

Vier junge Unternehmen mit disruptivem Potenzial kämpften beim IFOY Spin-off Award Start-up of the Year um den Sieg. Durchsetzen konnte sich Pyck aus Deutschland mit seinem Open-Source-Toolkit for Warehousing Software.

Das Start-up aus Schwäbisch Hall hat einen Baukasten entwickelt, der mithilfe Künstlicher Intelligenz Lagerprozesse modelliert und daraus automatisch Software generiert. Anders als herkömmliche Warehouse-Management-Systeme gibt Pyck keine festen Abläufe vor: Logistikexperten können Prozesse, Datenmodelle und Benutzeroberflächen flexibel selbst gestalten und erweitern. Durch den Open-Source-Ansatz behalten Anwender zudem die Kontrolle über ihre Daten und vermeiden die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern.

Die Jury würdigte insbesondere den revolutionären Ansatz der Lösung. Pyck stelle einen überzeugenden Gegenentwurf zu klassischen, oft starren WMS-Systemen dar und eröffne Unternehmen neue Freiräume bei der Gestaltung ihrer Prozesse. Die hohe Flexibilität, Zukunftsfähigkeit und das Potenzial, den WMS-Markt nachhaltig zu verändern, gaben letztlich den Ausschlag für den Sieg, so das Urteil der Jury.

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