IFOY Audit
Finalisten durchlaufen im Rahmen des IFOY Audit, das im Rahmen des TEST CAMP INTRALOGISTICS stattfindet, das dreistufige IFOY Audit. Dieses besteht aus dem wissenschaftlichem IFOY Innovation Check, dem IFOY Test und dem Jurytest.
Der TractEasy ist ein hochautomatisierter Schlepper für Indoor- und Outdooreinsätze, der die Automatisierung von Logistikströmen ermöglicht und für eine maximale Zuglast von 25t ausgelegt ist.
Produktname und Firma
TractEasy – EasyMile
Kategorie
Special of the Year

Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren haben sich EasyMile als Pionier für Technologie zum autonomen Fahren im Güter- und Personenverkehr und TLD als Weltmarktführer für Ausrüstung zur Unterstützung am Boden für eine gemeinsame Entwicklung zusammengetan. EasyMile hat dabei seine autonome Technologieplattform eingebracht, welche um die jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Spezialfahrzeugen und -maschinen von TLD ergänzt worden ist. Der TractEasy ist daher das Ergebnis der Integration der EasyMile-Technologie in die Elektroschlepperplattform JET-16 von TLD.
Der TractEasy ist ein hochautomatisierter Schlepper, der in der Lage ist, Güter von bis zu 25 Tonnen in Außenumgebungen zu ziehen. Auf dieser technologischen Basis kann eine Vielzahl von Logistikprozessen automatisiert werden. Auch bei gemischten Verkehrsbedingungen und unter Einsatz im Privatgelände ist der TractEasy in der Lage, rund um die Uhr seine Arbeit zu verrichten. Beispiele für zentrale Anwendungsfälle sind der Transport von Teilen von einem Gebäude zu einem anderen (z.B. von einem Zuliefergebäude zu einem Fließband), im Kontext industrieller Anwendungen oder auch für den Gepäcktransport zwischen Terminal und Flugzeug.
Bisher existiert auf dem Markt kein anderes Produkt, das einen vergleichbare Reifegrad hat wie der TractEasy. Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) sind zwar seit Jahrzehnten in der Branche erfolgreich – insbesondere im Automobilsektor. Vom Magnetbandfolger bis hin zu kartenbasierter Navigation hat sich die Technologie im Bereich des hochautomatisierten und autonomen Fahrens in den vergangenen Jahren beständig verbessert. Bislang sind fahrerlose Transportfahrzeuge jedoch vor allem auf Innenanwendungen beschränkt, unter Einschränkung der operativen Anwendbarkeit. Betriebsbeschränkungen derzeitiger FTF liegen beispielsweise im Bereich eingeschränkter Umgebungsbedingungen (bezugnehmend auf Temperaturprofil oder Luftfeuchtigkeit) oder im Bereich eingeschränkter Verkehrsdiversität (z.B. Radfahrer, andere motorisierte Fahrzeuge und Fußgänger). Im Gegensatz dazu ist der TractEasy darauf ausgelegt, mit verschiedenen Umwelt- und Verkehrsbedingungen umzugehen und erweitert das Spektrum potenzieller Anwendungsfälle für FTF deutlich.
Bedingt durch die Erfahrungen mit dem EZ10, einem der ersten hochautomatisierten Shuttles der Welt, besitzt EasyMile zudem umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung robuster Software für das autonome Fahren für Außenanwendungen. Zusammengefasst wird durch die Integration der hochautomatisierten Plattform in den TractEasy ein Materialumschlag sowohl im Innen- als auch im Außenbereich möglich – eine Revolution für den Markt.
TractEasy richtet seinen Blick vor allem auf zwei Hauptmärkte: Flughäfen und Industriegelände. Weltweit werden auf Flughäfen derzeit etwa 5000 Gepäckschlepper pro Jahr verkauft. Die Elektrifizierung in diesem Segment dauert an und liegt derzeit bei etwa 15 Prozent. In Anbetracht der prognostizierten Entwicklung der Luftverkehrsbranche und unter Berücksichtigung der neu zu bauenden Flughäfen und Terminals in den kommenden beiden Dekaden sowie der seit einigen Jahren eingeleiteten “Smart Airport”-Bewegung, werden die Erfolgsaussichten des TractEasy als positiv auf diesem Markt eingeschätzt.
Im industriellen Kontext ist der TractEasy für Prozesse mit verlängerter Betriebszeit geeignet – bis hin zu 24/7-Einsätzen im Flottenverbund. Aufgrund des hohen Produktionsvolumens und Kostendrucks steht die Automobilbranche an der Spitze dieser Automatisierungsbestrebungen. Betrachtet man nur den europäischen Automobil-OEM-Markt, so schaffen über 200 etablierte Montagewerke einen potenziellen Markt von 10.000 bis 20.000 Einheiten, welche in den nächsten fünf bis zehn Jahren ausgetauscht werden müssen. Der TractEasy ist geografisch nicht begrenzt und Regionen mit hohen Beschäftigungskosten werden erste Nutzer dieser hochautomatisierten Technologie sein. Die Zulieferindustrie, die Luft- und Raumfahrttechnik, die Verteidigungsindustrie und die Verpackungs- und Getränkeindustrie sind weitere potenzielle Sektoren, in denen der TractEasy hervorragend eingesetzt werden kan
Das kürzlich veröffentlichte Whitepaper von Sapio Research über Automatisierung in der Intralogistik unterstreicht, dass mit 48 Prozent die Produktivität der Haupttreiber für die Automatisierung ist. An zweiter Stelle folgen niedrigere Betriebskosten (42 Prozent). Der TractEasy entspricht diesen Markterwartungen. Die Fähigkeit, kontinuierlich mit minimalen menschlichen Interaktionen zu arbeiten, macht den TractEasy zu einem echten Vorteil für Kunden. EasyMile schätzt, dass der Ersatz eines kompletten Logistikprozesses durch TractEasy-Fahrzeuge ab zwei Schichten pro Tag und fünf Tagen pro Woche nach etwa zwei Jahren einen ROI erzielt. Längere betriebliche Einsätze können den ROI auf bis zu 1,2 Jahre senken.
Der TractEasy steigert jedoch nicht nur die Produktivität oder senkt Betriebskosten, sondern bietet auch mehr Flexibilität, sowohl aus technischer Sicht als auch durch die Möglichkeit, das Fahrzeug bei Bedarf einfach einem anderen Prozess zuzuordnen. Dies ist vor allem relevant im Hinblick auf das Personalmanagement und eine Reduktion von Ausfällen durch Krankheit, Urlaub und Ausbildungstage. Ebenso ist die Sicherheit ein großes Kundenanliegen: Der Einsatz des TractEasy gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit in allen Umgebungen. Dies umfasst Fußgänger, aber auch andere Verkehrsteilnehmer (z.B. motorisierte Fahrzeuge und Fahrräder). Schließlich kann der TractEasy versteckte Kosten für z.B. Verluste und Schäden oder die Kosten für die Fahrerschulung aus dem heutigen bemannten Betrieb absenken.
TractEasy ist ein autonomer Elektroschlepper, der die Automatisierung von Logistikprozessen ermöglicht. Der fahrerlose, emissionsfreie Schlepper hat eine Anhängelast von 25 Tonnen und kann dank seines Elektroantriebs sowohl im Außen- als auch im Innenbereich eingesetzt werden. Er kann bis zu 25 km/h fahren. Obwohl die Beliebtheit von autonomen Fahrzeugen in der Intralogistik in den vergangenen Jahren rapide zugenommen hat, sind Autonomous Guided Vehicles (AGVs) nicht neu. Bisher war ihr Einsatz jedoch oft auf Lager- oder Produktionsumgebungen beschränkt. Zudem stellen solche Fahrzeuge oft hohe Anforderungen an die Qualität des Bodens.
TractEasy ist für den Innen- und Außenbereich geeignet und kann bei schwierigen Wetterbedingungen eingesetzt werden: bei starkem Regen, etwas Schnee und Temperaturen zwischen -15°C und +35°C. Der Schlepper kann sicher im Mischverkehr (Autos, Fußgänger, Fahrräder) fahren und kann, dank der Bodenfreiheit, auch auf unebenem Gelände eingesetzt werden. Auch komplexe Aufgaben, beispielsweise Fahrten durch Tore oder Situationen an Ampeln, sind für den TractEasy kein Problem. In diesen Fällen muss das Hindernis (also beispielsweise das Tor oder die Ampel) jedoch mit einem zusätzlichen Modul ausgestattet werden, mit dem das System kommunizieren kann. Für die Entwicklung des Schleppers hat sich EasyMile mit TLD zusammengetan. EasyMile brachte die autonome Technologieplattform mit, die in den elektrischen Schlepper JET-16 von TLD integriert ist.
Das Fahrzeug ist mit einer ganzen Reihe von Sensoren (zum Beispiel LIDARS, Kameras, GPS, IMU, Odometrie) ausgestattet. Sie ermöglichen eine sichere und zuverlässige Navigation ohne zusätzliche Infrastruktur. Im autonomen Modus wird die zuvor dem Gerät gelernte Route ständig mit der Ist-Situation verglichen. Die dem Fahrzeug gelernte Route kann mit der von EasyMile entwickelten Software optimiert werden. Mit diesem Tool lassen sich auch die Geschwindigkeiten leicht anpassen – sogar für einzelne Zonen oder Gebiete.
Der Schlepper verfügt über zwei Sicherheitszonen. Zunächst wird die Geschwindigkeit des Fahrzeugs schrittweise auf Null reduziert, wenn ein Hindernis innerhalb eines Meters an den Seiten oder innerhalb von zwei bis zehn Metern vor dem Schlepper (je nach Geschwindigkeit) erkannt wird. Befindet sich das Hindernis jedoch innerhalb eines Abstands von 60 cm, wird automatisch die Notbremse aktiviert und der Schlepper kommt abrupt zum Stillstand. Das ist die zweite Stufe. In diesem Fall ertönt ein akustisches Signal. Das ertönt auch, wenn der Schlepper eine autonome Fahrt beginnt. Auf diese Weise soll die Umgebung auf das autonome Fahrzeug aufmerksam gemacht werden. An den Haltestellen entlang der Route kann eine voreingestellte Stoppzeit gewählt werden. Die Alternative ist ein Stopp, bei dem der Schlepper manuell den Befehl erhält, die Route wieder fortzusetzen.
EasyMile schätzt, dass bei einem vollständigen Austausch eines logistischen Prozesses durch TractEasy-Fahrzeuge ein Return on Investment (ROI) von etwa zwei Jahren für einen Zweischichtbetrieb an fünf Tagen in der Woche erzielt werden kann. Bei einem 24/7-Betrieb kann der ROI laut Hersteller sogar auf 1,2 Jahre reduziert werden. Für diese IFOY Nominierung gibt es kein umfassendes Testprotokoll, aber während der IFOY Demo überzeugt die Lösung das Testteam mit einem sicheren und störungsfreien autonomen Betrieb. Das Wechseln der Routen erfordert indes einige Kenntnisse und Zeit.
Durch die Steigerung der Produktivität und die Reduzierung der Betriebskosten bietet TractEasy mehr Flexibilität – sowohl in technischer Hinsicht als auch in puncto Personalplanung. Zum einen können die Fahrzeuge sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Zum anderen kommt die Flexibilität zustande, weil Firmen in Sachen Krankheitsausfälle, Urlaub und Schulungen weniger Herausforderungen haben. Da das Fahrzeug sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden kann, öffnen sich neue Türen für den autonomen Transport in der Intralogistik.
Der innerbetriebliche Transport wird bereits seit langer Zeit automatisiert. Jedoch stellt sich immer wieder der Outdoor-Bereich als Herausforderung dar.
Gerade im Bereich der Transporte zwischen den betrieblichen Gebäuden aber lässt sich wegen der größeren Entfernungen eine deutliche Einsparung durch Automatisierung realisieren.
Das automatisierte Serienfahrzeug TractEasy hat sich dieser Herausforderung gestellt und über das Prinzip der Sensorfusion (also dem gleichzeitigen Auswerten einer Vielzahl von unterschiedlichen Sensorsignalen und gemeinsamen Nutzen der erzeugten Daten) eine sichere Navigation im Outdoorbereich erreicht.
Das Ergebnis ist beeindruckend, wobei nicht klar abgeschätzt werden kann, ob der hohe Investitionsaufwand über die Einsparungen (pro x Fahrzeugen ein Fahrer weniger) kompensiert werden kann. Die Zuverlässigkeit und das Fahrverhalten sind jedoch hervorragend.
Im Fahrzeug sind innovative Sensortechnologien verbaut, die optimal fusioniert wurden. Der Ansatz ist sehr gut durchdacht. In spezifischen Einzelfällen kann die Anwendung, die extrem professionell umgesetzt wurde, sehr hilfreich sein.
Die Wirtschaftlichkeit ist schwer einschätzbar, da viel technologischer Aufwand nötig ist und zudem noch ein Fahrer (zumindest zur Aufsicht) notwendig ist.
| Funktionalität / Art der Umsetzung | ++ |
| Neuheit / Innovation | ++ |
| Kundennutzen | ++ |
| Marktrelevanz | + |
| ++ sehr gut / + gut / Ø ausgeglichen / − weniger / −− nicht vorhanden | |
Quellennachweis für Bilder/Videos: EasyMile
Finalisten durchlaufen im Rahmen des IFOY Audit, das im Rahmen des TEST CAMP INTRALOGISTICS stattfindet, das dreistufige IFOY Audit. Dieses besteht aus dem wissenschaftlichem IFOY Innovation Check, dem IFOY Test und dem Jurytest.
In den Statuten sind die Grundwerte und die Standards des IFOY AWARD festgelegt, nach denen die Organisation handelt. Dazu gehören unter anderem Gremien, Wahlomodus, Bewertungskriterien sowie der Code of Conduct.
Der International Intralogistics and Forklift Truck of the Year verfügt über drei Gremien: Jury, Träger und Fachbeirat.