Herr Maienschein, was erwarten Sie von einem IFOY Bewerber?
Was erwarten Sie von einem IFOY Bewerber?
Neben dem Erfüllen der formalen Kriterien für die Produkte und Systeme (kaufbar, Neuheitswert, etc.) müssen Kandidaten für ihr Produkt und ihre Systeme/ihre Dienstleistung brennen. Alle Fragen der Juroren müssen zufriedenstellend beantwortet werden können.
Womit können Unternehmen Sie als IFOY Jurymitglied noch überraschen?
Mit Produkten nach dem Motto „keep it simple and stupid“.
Wie sehr hat der Fokus auf Nachhaltigkeit die Intralogistik verändert?
Nicht sehr – denn die Intralogistik war schon immer nachhaltig. Schließlich geht es dabei nicht nur um den Schutz von Ressourcen und ein gutes Bild in der Öffentlichkeit, sondern um finanzielle Themen wie TCO und Unterhaltskosten sparsamer Fahrzeuge.
Was sind die wichtigsten Merkmale einer erfolgreichen Intralogistiklösung
Jemand hat einmal gesagt: Die Intralogistik, die man nicht bemerkt, ist die beste. Und so ist es tatsächlich: Intralogistische Abläufe müssen „geräuschlos“ vonstattengehen. Und wenn einmal etwas hakt oder defekt ist, sollte es schnellstmöglich, zum Beispiel per Fernwartung, repariert bzw. ersetzt werden können. Dabei spielen Themen wie Predictive Maintenance und Predictive Analytics eine wichtige Rolle.
Wie sind Sie zur Intralogistik gekommen?
Wir haben 2002 entschieden, unserem Flaggschiff „MM MaschinenMarkt“ ein Vertical zur Seite zu stellen, das sich ausschließlich um intralogistische Thematiken kümmert.
Innovative Intralogistik bedeutet für Sie …
… das Einbeziehen neuester Technologien, wie Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality oder auch künstliche Intelligenz. Hardware-seitig geht es zunehmend um geschlossene Stoffkreisläufe, innovative Antriebe auf Basis von Lithium-Ionen oder Wasserstoff etc.
Was macht ein Produkt innovativ?
Nicht unbedingt die neueste Technik oder Technologie sind ausschalggebend. Auch innovative Kombinationen von Fähigkeiten, die zu besseren, neuen Ergebnissen führen, spielen eine Rolle.
Was muss eine Lösung mitbringen, um Sie zu überzeugen?
Sie muss „Rock-Solid“ sein sowie einfach zu verstehen, leicht zu bedienen und kostengünstig zu warten sein.
Wo wird die Intralogistik in zehn Jahren stehen?
Da bin ich zwar schon in Rente, aber ich bin sicher, dass es immer wieder interessante technische und organisatorische Neuerungen für die Branche geben wird. Die Automatisierung wird sich ihren Weg unaufhaltsam bahnen, aber ich bin sicher, dass es immer Punkte im Unternehmen geben wird, wo händische Arbeit notwendig sein wird – besonders dort, wo sich Automatisierung einfach nicht rechnet.
Wie gehen Sie bei der Bewertung vor?
Meine Herangehensweise ist undogmatisch. Erst einmal alles anschauen, anfassen, ausprobieren und dann auch mit Kolleginnen und Kollegen der Fachjury rückkoppeln. Und dann (mindestens) eine Nacht darüber schlafen und vielleicht auch noch die ein oder andere Recherche– denn auch Fachjournalisten können unmöglich den gesamten Markt intralogistischer Angebote im Kopf haben …
Welche Kriterien sind für Sie besonders ausschlaggebend?
Wie oben schon gesagt: Etwas muss anfassbar, schnell begreif- und erlernbar sein und nicht nur „nice to have“. Wo kein Mehrwert oder keine Einsparung erzielt wird, verdient eine „Neuerung“ ihren Namen nicht.
Was ist Ihr Highlight beim IFOY AWARD?
Ganz eindeutig das Testing. Ich freue mich immer darauf, auf einem Stapler meine Runden zu drehen und so zu tun, als ob man „Profi“ wäre. Natürlich ist das nicht mit einem echten Profi vergleichbar, der/die tagein tagaus seine/ihre Runden dreht und im Millimeterbereich genau stapeln kann. Bei mir reichen schon Zentimeter … Aber immerhin habe ich wenigstens einen Staplerschein und weiß in etwa, was ich tue.