Frau Würmser, wie gewinnt man einen IFOY AWARD?

Wie gewinnt man einen IFOY, auf was kommt es an?
Mit Mut und Durchhaltevermögen, würde ich sagen, und ein außergewöhnlich gutes Produkt oder Kundenlösung gehört sowieso dazu. Zunächst muss man sich aber bewerben. Das geht einfach und schnell via Internet. Etwa die Hälfte schafft es durch die Vorauswahl ins Finale, wo sie sich dann dem IFOY Audit und dem Urteil der Jury stellen müssen. Früher war vor allem der Innovationswert entscheidend, seit einigen Jahren stelle ich fest, dass beim Votum der Jury der Kundennutzen eine immer größere Rolle spielt.

Die Finalisten müssen zum Audit antreten. Was passiert da genau?
Das Audit besteht aus drei Teilen und es beginnt schon Monate vorher. Wichtigster Part ist der wissenschaftliche IFOY Innovation Check und der IFOY Test für die Flurförderzeuge. Die Wissenschaftler bewerten zuerst, ob es sich den Herstellern angegebenen Innovationen um innovative Weiterentwicklungen, Neukompositionen oder echte Innovationen handelt. Je nachdem, um welches Produkt es geht, werden dann Fahr- und Funktionstests, Befragungen und andere Analysen durchgeführt. Zum Abschluss des Audits begutachten die Juroren und ihre zugelassenen Berater die Finalisten. Die Berater haben übrigens kein Stimmrecht.

Der Testsieger gewinnt?
Nicht zwangsläufig, denn es gibt in dem Sinn keinen Testsieger. Was viele nicht wissen: Die Finalisten werden nicht untereinander, sondern mit ihren Wettbewerbsprodukten verglichen. Die Expertise der Wissenschaftler gibt uns in der Jury unabhängige Informationen für die Entscheidung an die Hand, die wir dieser Tiefe und Breite niemals selbst leisten könnten. Die Tester präsentieren ihre Ergebnisse vor der Jury und geben eine Wahlempfehlung ab. Darüber wird heftig diskutiert, aber am Ende entscheidet jeder Juror für sich. Trotzdem würde ich sagen, `Testing makes the difference`, denn ich habe es schon oft erlebt, dass nach der Testerei die Einschätzung von Produkten eine andere ist. Die Papierform ist das eine, aber das Live-Testing kann nochmal alles drehen. Das ist ein Phänomen, das wir auch bei den Besuchern immer wieder feststellen.

Kann die Fachöffentlichkeit an den Tests teilnehmen?
Viel besser, man kann die IFOY Finalisten sogar selbst ausprobieren. Das Audit findet ind er selben Halle wie das TEST CAMP INTRALOGISTICS statt. Das Camp ist eine Art Erlebniswelt für die besten Innovationen in der Intralogistik statt und IFOY ist co-hosted. Die Besucher werden in Highlight-Touren mit den Sets vertraut gemacht und können anschließend neue Stapler und Lagertechnikmodelle Probefahren oder fernsteuern, Exoskelette anprobieren oder mit Robotern arbeiten. Man muss auch nicht beim IFOY antreten, um dort auszustellen.

Eine IFOY Bewerbung ist zwar kostenlos, aber bei einer Nominierung für das Finale muss eine Nominierungebühr zahlen. Warum ist das so?
Das ist eine Frage von Wert und Werten. Ein Produkt-Award, der etwas wert ist, ist niemals kostenlos, irgendjemand zahlt immer. Beim IFOY sind die Gebühren transparent und gestaffelt nach Unternehmengröße. Das beginnt bei 1400 Euro für Start-ups und reicht bis max. 23.000 Euro für große Unternehmen. Diese Gebühren sichern die Unabhängigkeit der Tests und der gesamten Organisation, was wiederum eine internationale Reichweite und einen extrem hohen Marketingwert garantiert. Im Schnitt ist eine Nominierung konservativ gerechnet 500.000 Euro wert. Den Spitzenwert hat ein Finalist im Jahr 2022 mit über 1800 Presseartikeln und einem Marketingwert von mehr als 3 Millionen Euro erreicht. Das hat bis heute niemand übertroffen. Besser kann man sein Marketingbudget eigentlich nicht investieren. 

Stimmt es, dass die IFOY Finalisten erst auf der Bühne erfahren, ob sie gewonnen haben oder nicht?
Das werde ich andauernd gefragt, Ja, das stimmt.

 

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