Innovationen, Investoren und der Weg in den Markt

Vier innovative Gründer, eine Investorin: Im Rahmen eines Panels, moderiert von Stefanie Nonnenmann (impact media projects), diskutierten Mathias Müller (Founder & CEO, Blickfeld), Christoph Tullius (Managing Director, ecoro), Julian Wadephul (Co-Founder & CEO, enabl Technologies) und Julius Lutzer (Co-Founder & CPO, Filics) mit Marie-Helene Ametsreiter, General Partner bei Speedinvest, rund um die Themen, die Start-up-Unternehmen heutzutage bewegen. Alle vier Start-ups sind Finalisten des IFOY Start-up of the Year Award und setzen mit ihren Technologien neue Maßstäbe in der Intralogistik.

Mathias Müller betonte, wie wichtig es sei, eine klare Problemstellung zu identifizieren: „Wir hatten ein technisches Problem, das uns angetrieben hat, eine Lösung zu finden. Die Herausforderung bestand dann darin, diese Lösung in den Markt zu bringen.“ Der Weg dorthin sei jedoch von Zweifeln begleitet, was Julian Wadephul von enabl Technologies bestätigte: „Zweifel sind gesund. Wir waren aber immer überzeugt, dass wir etwas schaffen, das einen echten Mehrwert bietet.“

Die Finanzierung eines Start-ups stellt oft eine große Hürde dar. Investorenexpertin Marie-Helene Ametsreiter erläuterte die typischen Fehler, die Gründer bei der Investorensuche machen: „Viele fokussieren sich zu sehr auf die höchste Bewertung statt auf strategische Aspekte. Ein Investor ist wie ein Ehepartner – man wird ihn nicht so schnell los.“ Zudem warnte sie vor zu schneller Kapitalaufnahme: „Ohne eine solide Basis kann ein Unternehmen unter dem Druck eines zu schnellen Wachstums zusammenbrechen.“

Die anwesenden Gründer bestätigten diese Einschätzungen. Julian Wadephul betonte: „Wir haben bewusst Investoren gewählt, die langfristig denken und mit uns an einem Ziel arbeiten.“ Auch Julius Lutzer von Filics unterstrich die Bedeutung eines fundierten Netzwerks: „Die besten Investments entstehen nicht innerhalb von Tagen, sondern über Monate des gegenseitigen Kennenlernens.“

In einer noch immer sehr konservativen Branche wie der Intralogistik ist es oft schwer, neue Technologien zu etablieren. „Wenn ein Problem groß genug ist und es dem Kunden wirklich Schmerzen bereitet, dann haben wir eine Chance“, erklärte Julian Wadephul. Dennoch brauche es Geduld, da Entscheidungsprozesse oft langwierig seien: „Große Unternehmen haben Strukturen, Compliance-Vorgaben und viele Entscheidungsinstanzen. Manchmal scheitert ein Projekt nicht am Interesse, sondern an internen Prozessen.“

Julius Lutzer sieht vor allem in der Skalierung eine der größten Hürden: „Wir haben zunächst mit Pilotphasen gearbeitet, aber jetzt geht es darum, die Technologie auf einen industriellen Maßstab zu bringen.“ Die größte Herausforderung sei es, ein ausgereiftes Produkt für die Massenproduktion zu optimieren.

Christoph Tullius von ecoro betonte im Anschluss die Wichtigkeit des Dialogs mit anderen Akteuren der Branche: „Hier auf dem TEST CAMP INTRALOGISTICS haben wir nicht nur die Möglichkeit, unsere Technologien vorzustellen, sondern auch, uns mit anderen Unternehmen auszutauschen und wertvolle Einblicke zu gewinnen. Der direkte Kontakt mit potenziellen Partnern und Kunden ist für uns entscheidend, um die richtige Richtung einzuschlagen und uns weiterzuentwickeln“, führte er an.

Das TEST CAMP INTRALOGISTICS bot den Start-ups eine wertvolle Plattform zum Netzwerken und Lernen. „Wir nehmen hier viel Feedback mit – von Kunden, von anderen Gründern und von der Branche insgesamt“, sagte Julian Wadephul. Mathias Müller ergänzte: „Wir müssen genau verstehen, was der Markt braucht und wo wir noch nachjustieren müssen.“

Marie-Helene Ametsreiter gab den Gründern abschließend den Rat mit auf den Weg, den direkten Austausch mit der Industrie zu suchen: „Viele Start-ups entwickeln Technologien im Labor, aber der direkte Kontakt mit Kunden und Partnern ist essenziell, um ein Produkt wirklich marktreif zu machen.“

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