IFOY Audit
Finalisten durchlaufen im Rahmen des IFOY Audit, das im Rahmen des TEST CAMP INTRALOGISTICS stattfindet, das dreistufige IFOY Audit. Dieses besteht aus dem wissenschaftlichem IFOY Innovation Check, dem IFOY Test und dem Jurytest.
Die Filics Unit ist ein Doppelkufensystem aus zwei autonom fahrenden Robotern, die in Europaletten oder Euro-Gitterboxen einfahren und diese effizient transportieren. Es setzt neue Maßstäbe in der Intralogistik. Die kompakte Bauweise der Filics Unit ermöglicht automatisierte Palettenbewegungen auf engstem Raum und neue Bewegungs- und Prozessmöglichkeiten, die mit manuellen und anderem automatisierten Logistikequipment nicht erreicht werden können.
Produktname und Firma
Filics Unit – filics






Die Filics Unit ist ein neuer, kompakter Typ von AMR (Autonomer Mobiler Roboter) für die horizontale Bewegung von Europaletten und ähnlichen Ladungsträgern in der Intralogistik. Sie besteht aus zwei vielseitigen und modularen Robotern, die virtuell verbunden zusammenarbeiten, um den Warenfluss in Lagern, Produktionsstätten und Umschlagzentren grundlegend zu verändern. Die Roboter der Filics Unit sind so konzipiert, dass sie jeweils genau in eine der freien Aussparungen unter einer Europalette passen und somit unter der Palette „verschwinden“ können. Dieses kompakte Design reduziert den für Transporte benötigten Platz, macht Rangieren überflüssig und ermöglicht es der Filics Unit, durch Europaletten hindurchzufahren – ein zentraler USP des AMR.
Die Filics Unit kann übliche bodengebundene A-nach-B-Transporte von Paletten innerhalb von Lagern und Produktionsstätten automatisieren und eignet sich besonders, für Automatisierung in sehr engen Umgebungen. Über die einfachen A-nach-B-Transporte hinaus eröffnet der Durchfahren-USP eine Vielzahl von neuen Anwendungsmöglichkeiten, wie etwa hochverdichtete Bodenblocklagerung. Zukünftig soll dieser USP auch dafür genutzt werden, um Ware in Umschlagszentren mit nur einer automatisierten Palettenbewegung umzuschlagen sowie eine vollautonome, parallelisierte LKW-Be- und -Entladung in weniger als 5 Minuten zu realisieren (im Vergleich zum derzeitigen Durchschnitt von 45 bis 60 Minuten).
Der Kern der Innovation liegt in der oben beschriebenen einzigartigen und kompakten Bauweise der Filics Unit. Aktuell gibt es zwei verbreitete Arten von AMRs für den Palettentransport: Unterfahr-AMRs und Gabelhub-AMRs. Unterfahr-AMRs sind zwar kostengünstig, jedoch unflexibel, da sie Paletten nur von und zu vorinstallierten Übergabestationen bewegen können. Gabelhub-AMRs bilden viele Funktionen manueller Hubwagen oder Gabelstapler ab, bieten eine bessere Bewegungsfreiheit und sparen etwas Platz. Allerdings unterliegen sie auch den gleichen Prozessbeschränkungen wie manuelle Flurförderfahrzeuge. Sie automatisieren, ohne den Warenfluss grundlegend zu verbessern, und sind oft zu teuer für großflächige Rollouts. Letztendlich sind beide AMR-Typen auf einfache A-nach-B-Transporte beschränkt. Die Filics Unit hingegen bietet Logistikern eine Reihe neuer Möglichkeiten, ihre Palettenbewegungen in der Intralogistik effizient zu automatisieren.
Ein weiterer innovativer Aspekt der Filics Unit ist der modulare Aufbau der einzelnen Roboter. Aus diesem Aufbau ergibt sich eine hohe Wartungsfreundlichkeit, da die Submodule der Roboter innerhalb weniger Minuten einfach ausgetauscht werden können. Zusammen mit der Kompaktheit der Module eröffnet dies neue Möglichkeiten für einen effizienten Service über Fernwartung und Paketversand. Zusammengefasst hebt sich die Filics Unit durch ihr einzigartiges Design stark vom restlichen AMR-Markt ab.
Logistiker stehen unter zunehmendem Leistungsdruck, während die Verfügbarkeit an operativen Logistikmitarbeitern konstant abnimmt. Deshalb werden Automatisierungslösungen im Bereich der Intralogistik in nahezu allen Sektoren und Industrien, die mit physischen Gütern arbeiten, immer relevanter. Im Jahr 2021 hatte der europäische AMR-Markt ein Volumen von 885 Millionen US-Dollar und wird voraussichtlich bis 2028 mit einer CAGR von etwa 23 % auf über 3,7 Milliarden US-Dollar anwachsen (statista).
Die Filics Unit hat für den Markt aus drei zentralen Gründen eine besondere Relevanz. Erstens ermöglicht sie durch ihren Durchfahren-USP die Automatisierung von Prozessen, die derzeit nicht oder nur ineffizient automatisierbar sind und erweitert so das Spektrum bodengebundener Automatisierung. Zweitens erlaubt die Filics Unit die Automatisierung von Prozessketten mit Palettenpuffern oder Sequenziervorgängen. Derzeit ist es schwierig, Unterfahr- oder Gabelhub-AMRs in diese Prozessketten zu integrieren, da Pufferhandling und Sequenzieren manuell stattfinden. Häufig führt die Aufteilung der Transportprozesse mit Übergabepunkten zu zusätzlichen Zeit-, Platz- und Kostenaufwänden, die den Nutzen der AMR-Lösung übersteigen. Abschließend bietet das Konzept der Filics Unit das Potenzial, das Be- und Entladen von LKW mit bisher unerreichter Geschwindigkeit und Flexibilität zu automatisieren. Damit ermöglicht Filics die optimale Nutzung einer der knappsten Ressourcen in der Logistik: LKW-Fahrer.
Die Filics Unit ermöglicht es Logistikern, die einen Automatisierungswunsch haben, ihre horizontalen Palettenprozesse im Kontext von Automatisierung neu zu denken. So können mit Filics enge Brownfield-Umgebungen erstmals automatisiert werden sowie rangieraufwändige Handhubwagenprozesse in ebenfalls engen Umgebungen leaner und automatisiert umgestaltet werden. Die bereits erwähnte Möglichkeit mit der Filics Unit Bodenblocklager zu automatisieren erlaubt eine Platzersparniss von bis zu 66 %, während ein Direktzugriff auf jede Palette nach wie vor ermöglicht wird.
Das per Bluetooth gekoppelte, kompakte Doppelkufensystem Filics Unit zur horizontalen Bewegung von Paletten und Gitterboxen verschwindet nahezu vollständig unter dem Ladungsträger. Dadurch und mit Hilfe des omnidirektionalen Fahrwerks in jeder Kufe vereinfachen sich Rangiermanöver mit Ladungsträgern erheblich, da auch Seitwärtsbewegungen realisierbar sind. Das System hat im Test zuverlässig funktioniert und Ladungsträger auf engem Raum transportiert. Die Umsetzung der Hardware ist hochqualitativ, wobei die Hubmodule mit 9 cm Bodenfreiheit und die auf 30.000 Betriebsstunden ausgelegten Radmodule jeweils Eigenentwicklungen von Filics sind. Bei maximal einer Tonne Nutzlast, 1,6 m/s Geschwindigkeit und leichten Steigungen bis zu 3° werden vergleichbare Arbeitsleistungen wie durch einen Menschen erreicht. Ein CE-zertifizierter, sicherer kollaborativer Betrieb auf Performance-Level d wird durch Sicherheitslaserscanner sowie LED-Beleuchtung, Blue Spot und akustische Töne gewährleistet. Das System bietet marktübliche, lasergestützte Navigationsfunktionen, vorrangig mit Spurführung. Die Akkulaufzeit von 6 Stunden bei 30 Minuten Ladezeit dürfte für die meisten Anwendungsfälle gut ausgelegt sein.
Filics bietet das einzige Doppelkufensystem auf dem Markt, das industriell einsetzbar ist. Es existieren keine vergleichbaren Systeme. Auch wenn die Grundidee nicht neu ist, so gab es zuvor keine funktions- und marktfähigen Lösungen dieser Art. Die Unter- und Durchfahrfunktion dieses neuartigen Typs AMR ermöglicht zahlreiche Nutzungsmodi für den Ladungsträgertransport auf engstem Raum, die andere automatisierte Transportsysteme wie Unterfahr-AMR und Gabelhub-AMR nicht darstellen können.
Mit dem System sind Flächeneinsparungen bis zu 66 Prozent durch höhere Lagerdichten in Blocklagern unter Beibehaltung des Direktzugriffs auf jeden Ladungsträger erreichbar. Damit einher gehen Kostenersparnisse sowie eine bessere Zeiteffizienz von Transport- und Sortierprozessen. Die Automatisierung von Ladungsträgerbewegungen auf engstem Raum ist im Brownfield und im kollaborativen Betrieb möglich und auf verschiedenste Ladungsträgertypen anwendbar. Preislich liegt das System im Marktmittelfeld bei einem ROI von zwei Jahren. Es wird allerdings auch als RaaS-Modell angeboten, welches im Einschichtbetrieb den Kosten eines Mitarbeiters entspricht.
Filics Unit ermöglicht die Automatisierung vieler bislang nicht (wirtschaftlich) automatisierbarer Handhubwagenprozesse in Block- und Linienlagern sowie anderen beengten Umgebungen im Produktions- und Lagerumfeld. Im Linienlager, etwa für verderbliche Produkte, realisiert das System den Vorschub aller Paletten ohne den Einsatz einer Rollbahn. Der Markt in Europa beläuft sich auf fast vier Milliarden Euro. Perspektivisch besteht weiteres hohes Einsatzpotenzial in zukünftigen Anwendungen mit einer bis vielen Kufen bis hin zur synchronen LKW-Beladung in fünf Minuten. Im Piloteinsatz bei sechs namhaften mittelständischen bis großen Firmen mit einer Gesamteinsatzzeit von 100 Tagen hat das System seine Marktreife und Marktpassung sowie ein hohes Skalierungspotenzial in unterschiedlichen Logistikprozessen bewiesen. Erste Produktivinstallationen erfolgen derzeit.
Das auf dem Markt einzigartige Doppelkufensystem gestattet durch seine Unterfahr- und Durchfahrfunktionen in Kombination mit dem omnidirektionalen Fahrwerk gänzlich neue Einsatzmöglichkeiten für den Ladungsträgertransport auf engstem Raum und die Definition von Warenlagerprozessen gegenüber herkömmlichen autonomen Transportlösungen und erweitert damit die Bandbreite automatisierbarer Lagerprozesse außerordentlich.
Filics Unit ist in jeder Hinsicht ein überzeugendes Produkt und ein verdienter Finalist für den IFOY AWARD.
| Funktionalität / Art der Umsetzung | ++ |
| Neuheit / Innovation | ++ |
| Kundennutzen | ++ |
| Marktrelevanz | ++ |
| ++ sehr gut / + gut / Ø ausgeglichen / − weniger / −− nicht vorhanden | |
Finalisten durchlaufen im Rahmen des IFOY Audit, das im Rahmen des TEST CAMP INTRALOGISTICS stattfindet, das dreistufige IFOY Audit. Dieses besteht aus dem wissenschaftlichem IFOY Innovation Check, dem IFOY Test und dem Jurytest.
In den Statuten sind die Grundwerte und die Standards des IFOY AWARD festgelegt, nach denen die Organisation handelt. Dazu gehören unter anderem Gremien, Wahlomodus, Bewertungskriterien sowie der Code of Conduct.
Der International Intralogistics and Forklift Truck of the Year verfügt über drei Gremien: Jury, Träger und Fachbeirat.